Ausstellung
17 Volcanoes

Ausstellung
Datum : Donnerstag den 21. April 2016 bis Freitag den 20. Mai 2016 Mo–Fr 10–18, Sa/So und Feiertage geschlossen
Ort : ETH Zürich, Hönggerberg, HIL, gta Ausstellungen
 

Eröffnung
Mittwoch, 20. April 2016, 18.00 Uhr
ETH Zürich, Hönggerberg, HIL, gta Ausstellungen


17 Vulkane
Figuren in der Javanischen Landschaft


Zwischen 1836 und 1848 unternahm der Deutsche Forscher Franz Junghuhn im Dienst der Holländischen Kolonialmacht mehrere Expeditionen durch Java. Als einer der ersten bestieg er die vielen Vulkane der Insel. Seine wissenschaftlichen Abhandlungen, Bücher, Sammlungen, Lithographen und Karten machten ihn zum „Humboldt von Java.“

Wir folgen Junghuhns Spuren und erforschen 17 seiner Lieblingsvulkane.

Als kolossale Figuren in der Landschaft sind diese Vulkane tief in der Kultur Javas verwurzelt. Sie schufen das Terrain und verwandeln es kontinuierlich. Ihr Zerstörungspotential ist enorm. Aber zugleich formen sie das Land und ernähren die Menschen, indem sie den Boden eines der weltweit am dichtesten bevölkerten Gebiete fruchtbar machen. Vulkane sind nicht Landschaft. Sie sind Objekte mit spezifischen Eigenschaften, ja sie sind Persönlichkeiten, die reden können. Sie bleiben eine Zeitlang stumm und beginnen plötzlich wieder sprechen. Indem wir Junghuhns Lieblingsvulkane besuchen, treten auch wir mit ihnen in Dialog. Je näher wir ihnen kommen, desto besser sehen wir ihrer Einzigartigkeit. Sie helfen uns, Java nicht durch die Umrisse der Küstenlinie zu begreifen, sondern aus dem Innern.

Die 17 Vulkane markieren das Terrain und erlauben uns, Geschichte und Gegenwart Indonesiens zu verschränken. Als politisch, ökonomisch und kulturell geprägte Objekte, die handeln und sich zyklisch verhalten, sind die Vulkane weder städtisch noch ländlich, weder tot noch lebendig, weder vergangen noch gegenwärtig, weder gut noch böse. Ihr ambivalentes Wesen macht sie besonders interessant für den kritischen Blick der Architekten.

Die Ausstellung markiert den Beginn eines dreijährigen gemeinsamen Forschungsprojekts der Professur für Kunst- und Architekturgeschichte von Philip Ursprung und der Assistenzprofessur für Entwurf und Städtebau von Alex Lehnerer, sowie einer Reihe von Forschungspartnern. Das Projekt ist Teil von Future Cities Laboratory und wird von der National Research Foundation von Singapur gefördert.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Junghuhns wissenschaftlichen und künstlerischen Arbeiten, sowie Kunstwerke von Armin Linke, Bas Princen, U5 (Martin Kunz, Stefanie Rubner, Berit Seidel). Sie nehmen an unseren Expeditionen nach Java teil, ebenso wie Experten wie der Vulkanologe Clive Oppenheimer, sowie Doktorierende, Assistierende und Studierende unseres Departements.

Alex Lehnerer und Philip Ursprung